10.05.2026 – Veranstaltung „Utopisches Erinnern – Die Gruppe Eva Mamlok“

Sonntag, 10.05.2026, 14:00 – 16:00 Uhr
Veranstaltungsort: Amerika-Gedenkbibliothek | PopUp Saal
Blücherplatz 1, 10961 Berlin

Anlässlich des Jahrestags der Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 sowie der geplanten Umbenennung des Blücherplatzes in Eva-Mamlok-Platz erinnern das Recherche-Netzwerk Gruppe Eva Mamlok und die Initiative UpStadt e. V. an den Mut junger Frauen im Kampf gegen den Faschismus.

In einem Vortag werden die historischen Begebenheiten vorgestellt und eine neue Initiative für einen Ort der Demokratiebildung auf dem Dragonerareal in Kreuzberg präsentiert.

Eintritt frei | ohne Anmeldung

Plakat der Ausstellung im Museum Friedrichshain-Kreuzberg, 2024
© FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museum | Recherche-Netzwerk Gruppe Eva Mamlok 

Bereits in den frühen 1930er Jahren gab es mutige jugendliche Frauen, die in Berlin-Kreuzberg Widerstand gegen den Nationalsozialismus geleistet haben. Eva Mamlok, eine junge Frau aus einer jüdischen Familie, stellte sich gemeinsam mit anderen Frauen in alltäglichen Aktionen dem Nationalsozialismus entgegen. Sie bildeten Netzwerke, verteilten Flugblätter, schrieben Parolen an Hauswände und organisierten eine geheime Bibliothek.

Sie wurden als Antifaschistinnen und Jüdinnen verfolgt und mussten Zwangsarbeit leisten. Für ihre Aktionen wurden sie verhaftet und deportiert. Doch auch unter den schlimmsten Bedingungen haben sie ihren Widerstand nie aufgegeben. Bis auf eine Überlebende sind alle Mitglieder der Gruppe durch den nationalsozialistischen Gewaltapparat ermordet worden.

Die Berliner Kulturwissenschaftlerin Alexandra Weltz-Rombach hat, gemeinsam mit einem Netzwerk von Forschenden, die Geschichte von Eva Mamlok recherchiert, historische Dokumente, Bilder, Videomaterial und Zeitzeugnisse versammelt und 2024 im Museum FHXB eine Ausstellung dazu kuratiert. Am 10. Mai wird sie ihre Arbeit in der ZLB mit einem Vortrag vorstellen.

Bertram Dudschus, Stadtaktivist und Co-Vorstand von Upstadt e.V., erinnert an den Moment der Entscheidung, den Blücherplatz in Eva-Mamlok-Platz umzubenennen. Und er stellt das Konzept eines bundesweit zentralen Ortes der Demokratiebildung, gleich nebenan auf dem Dragonerareal am Mehringdamm, vor.

Laut der Mitte-Studien der letzten Jahre „haben sich Teile der Mitte rechtsextremen Positionen zugewandt, andere sind in eine Grauzone der rechtsextremen, menschenfeindlichen und antidemokratischen Einstellungen abgedriftet, indem sie solche Einstellungen »teils/teils« befürworteten und ihnen damit nicht widersprechen.“ [Mitte-Studie 2024/25 der Friedrich-Ebert-Stiftung]

In Zeiten, in denen zivilgesellschaftliches Engagement misstrauisch beobachtet wird und Förderkulissen zusammenbrechen, soll der Ort der Demokratiebildung ein gemeinsamer Ort vieler Initiativen, Institutionen und Organisationen werden, die sich nicht nur gegenseitig unterstützen, sondern einen starken Verbund mit einer Stimme schaffen.

Initiative Eva-Mamlok-Platz

23. Januar 2025, 18:00, AGB PopUp der Amerika Gedenkbibliothek

VORANKÜNDIGUNG: Veranstaltung des Freundeskreises der Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) in Kooperation mit UpStadt e.V.

Mit der Initiative Eva-Mamlok-Platz plädiert UpStadt e.V. für die Ehrung einer jüdischen Widerstandkämpferin mit außergewöhnlichem Mut. Schon als noch nicht strafmündige Jugendliche stellte sich Eva Mamlok gegen Hitler und dessen menschenverachtende Politik, die in die millionenfache Ermordung von Juden und Jüdinnen mündete. Ihre erste Widerstandsaktion fand nach mündlicher Überlieferung am Blücherplatz statt: Dort kletterte sie auf das Dach des Warenhauses Tietz und schrieb „Nieder mit Hitler“ darauf. Tietz wurde später durch ‚Arisierung‘ und Entrechtung jüdischer Mitbürger*innen enteignet. Heute ist dort das Einrichtungshaus Poco – das Gebäude ist also noch erhalten.

Entstanden ist die Initiative nach einem Besuch der eindrucksvollen Ausstellung Gruppe Eva Mamlok – Widerstandsgeschichten im FHXB-Museum Friedrichshain-Kreuzberg. Alexandra Weltz-Rombach bringt als Initiator*in der Ausstellung ihre Expertise in die Veranstaltung ein.

Tag des offenen Denkmals

Samstag, 07.09.2024, 15:00 Uhr
Spaziergang „Vom Upstall zum Gemeinwohlquartier“

Treffpunkt: Mehringdamm / Obentrautstraße (Standort des Aktionscontainers)

Der Tag des offenen Denkmals 2024 steht in Berlin unter dem Motto „Zeitzeugen der Geschichte“. Für das Dragonerareal gilt der im Motto verwendete Plural ganz besonders – entlang der baulichen Spuren auf dem Areal lassen sich Militärgeschichte, Stadtteilgeschichte, Revolutions- und Demokratiegeschichte, „Automobilitätsgeschichte“ und vieles andere mehr erzählen. Ebenso natürlich die aktuelle, hoffentlich gelingende gemeinwohloriente Quartiersentwicklung im und neben dem historischen Ensemble. Wir treffen eine Auswahl …


UpStadt e.V.
Anmeldung empfohlen: peter.manz{at}upstadt.de

Architektur + Gemeinwohl | Modelle für das Dragonerareal

Freitag, 21.6.2024, 17-19:00 Uhr

Treffpunkt: Kiezraum hinter dem Finanzamt Kreuzberg am Mehringdamm

Der Kunst Leistungskurs des Dathe Gymnasiums unter der Leitung von Frau Kiefer und Frau Dr. Bartl und der Geschichts- und Lernort Kreuzberg GLOX laden herzlich zur Präsentation ein. Im Rahmen des Architektursemesters entstandenen Testgebäude und Module für die Nordbebauung des Dragonerareals unter Aspekten von sozialer Stadtentwicklung und Gemeinwohl.